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Kassensysteme für Bäckereien 2026, 6 Anbieter im Vergleich

Ein Kassensystem für Bäckereien muss morgens im Minutentakt kassieren, auch wenn das Internet einmal ausfällt, und mehrere Filialen über einen gemeinsamen Artikelstamm steuern. Abends zeigt die Auswertung je Filiale, was übrig geblieben ist, als Grundlage für die Backplanung. Wir vergleichen sechs Anbieter anhand belegter Angaben, alphabetisch und ohne Rangliste.

Kasse mit Kundendisplay und Kartenterminal an der Theke einer Bäckerei mit Brot und Gebäck

Bäckerei auf einen Blick

Das Wichtigste in Kürze

Sechs Kassensysteme für Bäckereien im Vergleich

Die Reihenfolge ist alphabetisch und keine Wertung. Die zweite Spalte zeigt, ob der Anbieter Bäckereien selbst als Zielgruppe nennt.

AnbieterFür Bäckereien ausgewiesenEinstieg laut AnbieterTSESupport
LocaFoxja, ausdrücklichGerät MOVE 399 Euro, dazu Softwarepaket laut Preisseite des Anbieters, Herstellerangabe ohne USt, Stand Oktober 2026Wahlweise Hardware-TSE oder Cloud-TSEMontags bis samstags 7 bis 23 Uhr
REA Cardja, ausdrücklichKasse K21 oder K19 ab 49,90 Euro im Monat netto bei 60 Monaten Miete, zuzüglich Software S5 und TSE, Herstellerangabe ohne USt, Stand September 2026TSE getrennt bepreist, laut Drittquelle 14,90 Euro im Monat oder 399,90 Euro einmalig, Art nicht dokumentiertHotline montags bis freitags 8 bis 21 Uhr, samstags 9 bis 21 Uhr, sonntags 12 bis 21 Uhr, dazu Außendiensttechniker
ready2ordernicht ausdrücklichKassensystem-Abo 35,90 Euro im Monat im Jahresabo plus TSE-Paket 15,90 Euro, zusammen 51,80 Euro, Herstellerangabe ohne USt, Stand September 2026Cloud-TSE als kostenpflichtiges Zusatzpaket, laut Drittquelle über fiskalyKostenloser Telefonsupport täglich 8 bis 22 Uhr, dazu Chat und Kontaktformular
Smartkasse24ja, ausdrücklichBasistarif 39 Euro im Monat, Herstellerangabe ohne USt, Stand September 2026Cloud-TSE ohne zusätzliche HardwareTelefon und WhatsApp, Servicezeiten nicht veröffentlicht
Tillhubja, ausdrücklichPOS Go ab 30 Euro im Monat inklusive TSE, Herstellerangabe ohne USt, Stand September 2026Cloud-TSE von fiskaly, Server in DeutschlandTelefonsupport an sieben Tagen, am Wochenende 9 bis 18 Uhr, Werktagszeiten nicht dokumentiert
Vectronja, ausdrücklichPreis auf AnfrageZertifizierte TSE nach KassenSichV über den Fachhandel, Typ und Preis beim HändlerInstallation, Schulung und Support über den Fachhändler, Zeiten nicht dokumentiert

Stand Oktober 2026, Preise ohne Umsatzsteuer nach Anbieterangaben. Maßgeblich ist immer das konkrete Angebot.

Funktionen für Bäckereien im direkten Vergleich

Welche branchentypischen Funktionen die Anbieter nach eigenen Angaben mitbringen. Nicht dokumentiert heißt, dass wir dazu keine belastbare Angabe gefunden haben.

AnbieterFilialen zentralOfflinebetriebWarenwirtschaftKundenkarteOnlinebestellungDATEV-Export
LocaFoxZusatzmodulnicht dokumentiertjanicht dokumentiertnicht dokumentiertja
REA Cardnicht dokumentiertnicht dokumentiertZusatzmodulZusatzmodulüber Partnerja
ready2ordernicht dokumentiertnicht dokumentiertjanicht dokumentiertnicht dokumentiertja
Smartkasse24nicht dokumentiertjanicht dokumentiertnicht dokumentiertZusatzmodulja
Tillhubjajajajanicht dokumentiertja
Vectronjanicht dokumentiertüber Partnerjajaja

Welches System zu welchem Betrieb passt

Ausgewählt haben wir sechs Anbieter, von denen fünf Bäckereien ausdrücklich als Zielgruppe nennen, dazu ready2order für einzelne Bäckereien mit Café. Die Zuordnung zu den Szenarien beruht allein auf dokumentierten Funktionen und Vertragsmodellen.

Einzelne Bäckerei mit Laden

Ein Standort, ein bis zwei Kassenplätze, früher Verkaufsstart. Wichtig sind große Schnelltasten, schnelle Kartenzahlung und erreichbarer Support am Wochenende.

Passende Kandidaten ready2order, REA Card, Smartkasse24

Bäckerei mit Café

Frühstück und Kaffee vor Ort, Mitnahme an der Theke. Speisen unterliegen seit 2026 auch vor Ort dauerhaft 7 Prozent, Getränke grundsätzlich 19 Prozent, Frühstücksangebote müssen aufgeteilt werden.

Passende Kandidaten ready2order, Smartkasse24, Tillhub

Filialbäckerei

Mehrere Filialen mit gemeinsamem Artikelstamm, zentralen Preisen und Auswertung von Abverkauf und Restware je Standort.

Passende Kandidaten LocaFox, Tillhub, Vectron

Vorbestellung und Onlinebestellung

Torten, Partybrötchen und Brötchenservice werden vorab bestellt, teils online und mit Vorkasse. Prüfen Sie, wie Anzahlungen bei Abholung verrechnet werden.

Passende Kandidaten REA Card, Smartkasse24, Vectron

Die Anbieter für Bäckereien im Einzelnen

Was die Systeme im Alltag eines Betriebs leisten, wo ihre Stärken liegen und wo Sie genauer hinsehen sollten.

LocaFox für Bäckereien

LocaFox bietet eigene Android-Kassen von 6,75 bis 15,6 Zoll, Self-Checkout und Cash Recycler, wahlweise mit Hardware- oder Cloud-TSE. Warenwirtschaft und DATEV-Export sind in allen Paketen enthalten, mehrere Filialen gibt es als Zusatzmodul. LocaFox nennt Bäckereien ausdrücklich als Zielgruppe.

Stärken für Bäckereien

Genauer hinsehen

Passt, wenn Sie eine Bäckerei mit hoher Frequenz und viel Bargeld führen und Abläufe an der Kasse automatisieren möchten.

REA Card für Bäckereien

REA Card liefert Kasse, Kartenterminal und Software aus einer Hand und betreut über Außendiensttechniker vor Ort. Die Hotline ist auch samstags und sonntags erreichbar, was für Bäckereien mit Wochenendverkauf wichtig ist. REA Card nennt Bäckereien ausdrücklich als Zielgruppe.

Stärken für Bäckereien

Genauer hinsehen

Passt, wenn Sie feste Kassentechnik mit Service vor Ort und Support am Wochenende wünschen.

ready2order für Bäckereien

ready2order ist eine Cloud-Kasse mit veröffentlichter Preisliste, Warenwirtschaft und Gutscheinen. Für einzelne Bäckereien mit Café-Ecke sind Tischplan und Bonieren als Zusatzmodule dokumentiert, die Steuerung mehrerer Filialen dagegen nicht. ready2order nennt Bäckereien nicht ausdrücklich als Zielgruppe, die Funktionen passen aber zum typischen Ablauf.

Stärken für Bäckereien

Genauer hinsehen

Passt, wenn Sie eine einzelne Bäckerei mit kleinem Café-Bereich und klar kalkulierbaren Kosten führen.

Smartkasse24 für Bäckereien

Smartkasse24 dokumentiert Offlinebetrieb, DATEV-Export, Küchenmonitor und die Anbindung von Lieferportalen, Einrichtung, Schulung und Support sind im Monatspreis enthalten. Für Bäckerei-Cafés mit Lieferung oder Frühstücksangebot ist der niedrige Basistarif interessant. Smartkasse24 nennt Bäckereien ausdrücklich als Zielgruppe.

Stärken für Bäckereien

Genauer hinsehen

Passt, wenn Sie eine Bäckerei mit Café oder Lieferung führen und einen niedrigen Monatspreis mit Service suchen.

Tillhub für Bäckereien

Tillhub führt die Warenwirtschaft filialübergreifend mit zentraler Artikelpflege und dokumentiert Offlinebetrieb, Kundenkarte und DATEV-Export. Mit über 60 Statistiken lassen sich Abverkauf und Restware je Filiale auswerten. Tillhub nennt Bäckereien ausdrücklich als Zielgruppe.

Stärken für Bäckereien

Genauer hinsehen

Passt, wenn Sie mehrere Filialen zentral steuern und Restware je Standort auswerten möchten.

Vectron für Bäckereien

Vectron baut robuste stationäre Kassen, die laut Anbieter auf Bäckereien und Filialbetriebe ausgerichtet sind, und betreut sie über rund 300 Fachhändler. Filialsteuerung, Onlinebestellung und Kundenbindung sind dokumentiert. Vectron nennt Bäckereien ausdrücklich als Zielgruppe.

Stärken für Bäckereien

Genauer hinsehen

Passt, wenn Sie eine Filialbäckerei mit hoher Frequenz führen und Betreuung durch einen Fachhändler vor Ort bevorzugen.

Was ein Kassensystem für Bäckereien können sollte

Schneller Verkauf

Große Tasten für Brötchen und Gebäck, auch mit Mehl an den Fingern.

Filialen

Zentrale Artikelpflege und Auswertungen je Filiale.

Café-Bereich

Verzehr vor Ort und Mitnahme mit den passenden Steuersätzen.

Vorbestellungen

Bestellungen für Torten und größere Mengen erfassen.

Restware

Auswertung, was übrig bleibt, als Grundlage für die Backplanung.

Kartenzahlung

Schnelle Kartenzahlung auch bei kleinen Beträgen.

Gesetzliche Vorgaben für die Kasse

Steuersätze in der Bäckerei

Backwaren unterliegen dem ermäßigten Satz von 7 Prozent, seit dem 1. Januar 2026 dauerhaft auch Speisen zum Verzehr vor Ort. Getränke wie Kaffee unterliegen grundsätzlich 19 Prozent, Frühstücksangebote aus Speise und Getränk muss die Kasse deshalb aufteilen. Die Aufteilung legen Sie am besten mit Ihrem Steuerbüro fest.

So finden Sie das passende System

Kosten richtig vergleichen

Neben der Monatsgebühr zählen Hardware, TSE, Einrichtung, Laufzeit und Gebühren je Kartenzahlung. Wie das konkret aussieht, zeigt unser Ratgeber zu den Kosten.

Kassensystem für Bäckereien finden

Geben Sie Ihren Bedarf im Preisrechner an und erhalten Sie passende Angebote, kostenlos und unverbindlich.

Kassensystem für Bäckereien im Detail

Registrierkasse für die Bäckerei, Bedarf je Filiale klären

Bevor Sie Angebote einholen, lohnt ein Blick auf jede Filiale einzeln. Wie viele Kunden kommen in der stärksten Stunde, wie viele Verkäuferinnen stehen gleichzeitig an der Theke, gibt es einen Café-Bereich oder einen Drive-in. Daraus ergibt sich, ob eine Kasse genügt oder zwei Kassenplätze nötig sind. Zur Grundausstattung gehören eine Kasse mit großen Schnelltasten, Bondrucker, Kassenlade, Kartenterminal und oft ein Kundendisplay. Wer Kuchen oder loses Gebäck nach Gewicht verkauft, braucht zusätzlich eine geeichte Waage. Jede Kasse braucht eine zertifizierte TSE und ist über ELSTER zu melden, neue Kassen innerhalb eines Monats nach Anschaffung.

Kassensystem beim Bäcker, Filialbetrieb und Vorkasse

Viele Bäcker führen mehrere Filialen und Verkaufsstellen. Das Kassensystem sollte deshalb einen gemeinsamen Artikelstamm haben, damit neue Produkte, Preise und Aktionen an einem Ort gepflegt werden und in allen Filialen gelten. Die Auswertung je Filiale zeigt Abverkauf und Restware und liefert die Grundlage für die Backplanung. Dazu kommen Vorbestellungen für Torten, Partybrötchen oder den Brötchenservice, oft mit Anzahlung oder Vorkasse. Anzahlungen sind umsatzsteuerlich in der Regel bereits bei Vereinnahmung zu berücksichtigen, die Einzelheiten klären Sie mit Ihrem Steuerbüro. Wie Sie Ihre Kasse beim Finanzamt melden, erklärt der Beitrag zur Meldung des Kassensystems über ELSTER.

Kassensystem in der Bäckerei erfolgreich einführen

Die Einführung eines neuen Kassensystems in Ihrer Bäckerei ist mehr als nur ein Technikwechsel, es ist eine Chance, Ihre gesamten Geschäftsprozesse zu optimieren. Viele Bäckereibetriebe unterschätzen den Aufwand der Umstellung, andere wiederum überschätzen die Komplexität und zögern die notwendige Modernisierung hinaus. Mit der richtigen Vorbereitung und Strategie gelingt der Wechsel reibungslos und Sie profitieren schnell von den Vorteilen.

Die Digitalisierung im Bäckerhandwerk hat in den letzten Jahren enorm an Fahrt aufgenommen. Diese Entwicklung wurde nicht nur durch gesetzliche Vorgaben wie die Kassensicherungsverordnung vorangetrieben, sondern vor allem durch die praktischen Vorteile moderner Systeme.

Vorbereitung ist der Schlüssel zum Erfolg

Bevor Sie sich für ein Kassensystem entscheiden, sollten Sie eine gründliche Bestandsaufnahme Ihrer aktuellen Situation durchführen. Wie viele Verkaufsstellen haben Sie? Welche Produkte verkaufen Sie hauptsächlich? Bieten Sie auch Café-Service oder Catering an? Diese Fragen helfen Ihnen, die Anforderungen an Ihr neues System zu definieren.

Analysieren Sie Ihre Verkaufsprozesse genau. In einer typischen Bäckerei gibt es Stoßzeiten am frühen Morgen und zur Mittagspause. Das Kassensystem muss diese Spitzen bewältigen können, ohne dass sich lange Schlangen bilden. Schnelltasten für die meistverkauften Produkte sind hier essentiell. Ein Kunde, der nur schnell seine Brötchen kaufen möchte, sollte nicht warten müssen, während jemand anders eine komplexe Tortenbestellung aufgibt.

Die Einbindung Ihrer Mitarbeiter von Anfang an ist entscheidend für den Erfolg. Führen Sie Gespräche mit Ihrem Verkaufsteam und fragen Sie nach deren Wünschen und Bedenken. Oft haben langjährige Mitarbeiter wertvolle Einblicke in Prozesse, die optimiert werden könnten. Diese frühzeitige Einbindung erhöht auch die Akzeptanz des neuen Systems.

Die Umstellung richtig planen

Der optimale Zeitpunkt für die Umstellung ist außerhalb der Hochsaison. Vermeiden Sie Ostern, Weihnachten oder andere Feiertage. Ein ruhiger Monat wie Februar oder März eignet sich besser. Planen Sie mindestens vier Wochen für die komplette Umstellung ein, von der Installation über die Schulung bis zum reibungslosen Betrieb.

Die Datenmigration ist ein kritischer Punkt. Ihre Artikelstammdaten, Preise und möglicherweise auch Kundendaten müssen in das neue System übertragen werden. Viele moderne Anbieter unterstützen Sie dabei oder übernehmen diese Aufgabe komplett. Erstellen Sie dennoch ein Backup Ihrer alten Daten, Sicherheit geht vor.

Ein Parallelbetrieb von altem und neuem System für einige Tage kann sinnvoll sein. So können Sie im Notfall auf das alte System zurückgreifen und Ihre Mitarbeiter gewinnen Sicherheit im Umgang mit der neuen Technik. Diese Übergangsphase kostet zwar mehr Zeit, reduziert aber das Risiko von Betriebsunterbrechungen erheblich.

Mitarbeiterschulung intensiv gestalten

Unterschätzen Sie niemals den Schulungsaufwand. Auch wenn moderne Kassensysteme intuitiv bedienbar sind, brauchen Ihre Mitarbeiter Zeit, sich einzuarbeiten. Planen Sie mehrere Schulungstermine ein, nicht nur einen Crashkurs. Beginnen Sie mit den Grundfunktionen und steigern Sie die Komplexität schrittweise.

Erstellen Sie Spickzettel für häufige Vorgänge. Eine laminierte Karte mit den wichtigsten Funktionen neben der Kasse hilft in den ersten Wochen. Dokumentieren Sie auch Sonderfälle wie Stornierungen, Rabatte oder Retouren. Je besser die Dokumentation, desto sicherer fühlen sich Ihre Mitarbeiter.

Benennen Sie einen Hauptverantwortlichen, der sich intensiv mit dem System auseinandersetzt und als interner Ansprechpartner fungiert. Diese Person sollte auch den Kontakt zum Support des Anbieters halten und Updates koordinieren. Die Investition in einen Kassensystem-Experten im Team zahlt sich langfristig aus.

Kundenservice während der Umstellung

Ihre Kunden müssen über die Umstellung informiert werden, besonders wenn es zu Verzögerungen kommen könnte. Ein freundlicher Hinweis „Wir stellen auf ein neues Kassensystem um, danke für Ihre Geduld“ schafft Verständnis.

Nutzen Sie die Umstellung als Marketingchance.

Halten Sie in der Anfangsphase zusätzliches Personal bereit. Eine weitere Person, die bei Problemen einspringen kann, verhindert lange Wartezeiten und frustrierte Kunden. Diese Mehrkosten sind eine sinnvolle Investition in die Kundenzufriedenheit.

Prozessoptimierung als Chance begreifen

Ein neues Kassensystem ist die perfekte Gelegenheit, eingefahrene Prozesse zu hinterfragen. Brauchen Sie wirklich alle Artikel im System? Eine Bereinigung des Sortiments macht die Bedienung schneller und übersichtlicher.

Überdenken Sie Ihre Preisstruktur. Moderne Kassensysteme können Ihnen zeigen, welche Produkte oft zusammen gekauft werden, nutzen Sie diese Erkenntnisse für Kombi-Angebote.

Die Warenwirtschaft bietet enormes Einsparpotenzial. Durch genaue Verkaufsanalysen können Sie Ihre Produktion optimieren. Wenn Sie wissen, dass mittwochs immer weniger Vollkornbrot verkauft wird, können Sie die Produktionsmenge anpassen. Weniger Retouren bedeuten höhere Margen und weniger Lebensmittelverschwendung.

Digitale Zusatzservices einführen

Mit einem modernen Kassensystem können Sie Services anbieten, die früher undenkbar waren. Ein Vorbestellsystem für Geburtstagstorten oder Partybrötchen spart Ihren Kunden Zeit und Ihnen Planungssicherheit. Die Bestellungen gehen direkt ins System und werden automatisch in der Produktion berücksichtigt.

Kundenbindungsprogramme werden digital einfach umsetzbar. Kaffee gibt’s einen gratis“, solche Aktionen laufen automatisiert ab. Das System erkennt Stammkunden und wendet Rabatte selbstständig an.

Achten Sie dabei natürlich auf die DSGVO-Konformität und holen Sie sich die Einwilligung Ihrer Kunden.

Rechtliche Sicherheit gewährleisten

Die Kassensicherungsverordnung stellt klare Anforderungen an Ihr System. Die TSE-Pflicht ist nur ein Aspekt. Sie müssen auch eine Verfahrensdokumentation erstellen, die beschreibt, wie in Ihrem Betrieb kassiert wird. Diese Dokumentation ist bei Betriebsprüfungen vorzulegen.

Datenschutz wird oft vernachlässigt, ist aber essentiell. Wenn Sie Kundendaten speichern, müssen Sie die DSGVO beachten. Erstellen Sie Datenschutzerklärungen, holen Sie Einwilligungen ein und stellen Sie sicher, dass nur berechtigte Mitarbeiter Zugriff auf sensible Daten haben.

Die Archivierung der Kassendaten des Kassensystems muss GoBD-konform erfolgen. Cloud-basierte Systeme übernehmen das meist automatisch, bei lokalen Lösungen müssen Sie selbst für sichere Backups sorgen.

Troubleshooting und Notfallpläne

Auch das beste System kann mal ausfallen. Haben Sie einen Plan B? Eine manuelle Registrierkasse als Backup kann im Notfall den Betrieb aufrechterhalten. Dokumentieren Sie die manuellen Verkäufe sorgfältig und tragen Sie sie nachträglich ins System ein.

Internetausfälle sind bei Cloud-Systemen kritisch. Prüfen Sie, ob Ihr System einen Offline-Modus bietet. Ein mobiler Hotspot als Backup-Internetzugang kostet wenig und kann im Ernstfall den Tag retten. Testen Sie diese Backup-Lösungen regelmäßig, nicht erst im Notfall.

Die ersten Wochen nach der Umstellung

Nach der Einführung beginnt die kritische Phase. Sammeln Sie aktiv Feedback von Mitarbeitern und Kunden. Ein kurzes tägliches Meeting in den ersten Wochen hilft, Probleme schnell zu identifizieren und zu lösen. Dokumentieren Sie alle Auffälligkeiten und besprechen Sie diese mit dem Anbieter.

Nutzen Sie die Analysefunktionen Ihres neuen Systems von Anfang an. Welche Produkte laufen gut? Zu welchen Zeiten haben Sie die meisten Kunden? Erstellen Sie wöchentliche Reports und vergleichen Sie diese mit Ihren Erwartungen.

Feiern Sie Erfolge mit Ihrem Team. Wenn die erste Woche ohne größere Probleme lief, belohnen Sie das Team für den Einsatz, das motiviert und festigt die neuen Abläufe.

Besondere Anforderungen in der Bäckerei

Bäckereien stellen besondere Anforderungen an ihr Kassensystem, die sich deutlich von anderen Branchen unterscheiden. Der frühe Verkaufsstart, oft schon ab 6 Uhr morgens, erfordert zuverlässige Systeme mit einfacher Bedienung. Müde Mitarbeiter in der Frühschicht müssen schnell und fehlerfrei kassieren können.

Die Produktvielfalt einer modernen Bäckerei mit oft über 100 verschiedenen Backwaren, Snacks und Getränken verlangt nach einer durchdachten Artikelverwaltung. Schnelltasten für Bestseller wie Croissants oder belegte Brötchen beschleunigen den Verkauf erheblich. Gleichzeitig müssen saisonale Artikel wie Osterhasen oder Weihnachtsstollen flexibel einzupflegen sein.

Ein weiterer kritischer Punkt ist die Warenwirtschaft. Moderne Kassensysteme für Bäckereien tracken nicht nur den Verkauf, sondern helfen auch bei der Produktionsplanung. Durch eine Analyse der Verkaufszahlen können Sie Überproduktion vermeiden und Retouren minimieren. Das spart Kosten und schont Ressourcen.

Die Integration einer Waage ist für viele Bäckereien essentiell. Kuchen, Torten und loses Gebäck werden nach Gewicht verkauft. Das Kassensystem muss die Waagendaten automatisch übernehmen und korrekt verrechnen können. Manuelle Eingaben kosten Zeit und erhöhen die Fehlerquote.

TSE und Finanzamtkonformität, was Sie 2026 beachten müssen

Jedes Kassensystem benötigt eine zertifizierte technische Sicherheitseinrichtung (TSE), die Manipulationen verhindert und alle Transaktionen lückenlos dokumentiert.

Die TSE ist entweder als Cloud-Lösung oder als Hardware-Modul integriert. Cloud-TSE-Lösungen haben den Vorteil, dass sie automatisch aktualisiert werden und keine zusätzliche Hardware benötigen.

Wichtig für Ihre Bäckerei. Die TSE-Daten müssen bei einer Betriebsprüfung dem Finanzamt in digitaler Form zur Verfügung gestellt werden können.

Die Belegausgabepflicht gilt weiterhin. Moderne Systeme bieten digitale Bons per E-Mail oder QR-Code an, das spart Papier und ist umweltfreundlicher.

Hardware-Optionen, von der Tablet-Kasse bis zum Kassenterminal

Die Wahl der richtigen Hardware hängt von Ihrem Bäckerei-Konzept ab. Tablet-basierte Systeme wie iPads sind platzsparend, modern und flexibel einsetzbar. Sie eignen sich besonders für kleine Verkaufsflächen und mobile Einsätze auf Wochenmärkten.

Klassische Kassenterminals mit großem Display und robuster Tastatur sind die bessere Wahl für hohe Kundenfrequenz. Die Tasten sind auch mit mehligen Händen gut bedienbar und die Geräte halten dem rauen Bäckerei-Alltag stand.

Wichtiges Zubehör für Bäckereien.

  • Bondrucker. Thermodrucker sind schnell und wartungsarm.
  • Barcode-Scanner. Für verpackte Waren und Aktionsartikel
  • Kundenanzeige. Schafft Transparenz beim Kassiervorgang.
  • EC-Terminal. Kontaktlose Zahlung ist Standard geworden.
  • Waage. Mit direkter Kassenanbindung für Stückware
  • Kassenschublade. Robust und mit automatischer Öffnung

 

Viele Anbieter bieten Miet- oder Leasingmodelle an, die Ihre Liquidität schonen.

Integration von Zusatzsystemen und Schnittstellen

Moderne Bäckereien nutzen verschiedene digitale Systeme, die idealerweise mit dem Kassensystem kommunizieren sollten.

Für Bäckerei-Cafés ist die Integration von Bestellsystemen interessant. Tablets für die Tischbestellung oder Self-Service-Terminals entlasten das Personal und erhöhen die Kundenzufriedenheit. Auch spezialisierte Angebote wie Kassensysteme für die Gastronomie können für Cafés im Bäckereibetrieb sinnvoll sein.

Die Verknüpfung mit Lieferplattformen wird immer wichtiger. Das vermeidet Fehler und beschleunigt die Abwicklung.

Auch die Anbindung an Zeiterfassungssysteme ist sinnvoll. Gerade in Bäckereien mit verschiedenen Schichten und Arbeitszeitmodellen hilft eine integrierte Lösung bei der korrekten Abrechnung. Einige Kassensysteme bieten diese Funktion bereits integriert an.

Schulung und Support

Das beste Kassensystem nützt nichts, wenn Ihre Mitarbeiter es nicht bedienen können. Achten Sie bei der Auswahl auf den angebotenen Support und die Schulungsmöglichkeiten.

Die Erstschulung sollte alle Mitarbeiter einbeziehen, nicht nur die Führungskräfte. Planen Sie mindestens einen halben Tag ein. Viele Anbieter bieten auch Online-Schulungen und Video-Tutorials an, die bei Personalwechsel hilfreich sind.

Der laufende Support ist entscheidend. Wenn samstags morgens um 6 Uhr die Kasse streikt, brauchen Sie schnelle Hilfe. Prüfen Sie die Support-Zeiten der Anbieter und ob Notfall-Hotlines verfügbar sind.

Fazit für Bäckereien

Die Wahl des richtigen Kassensystems ist eine wichtige Entscheidung für die Zukunft Ihrer Bäckerei. Die Unterschiede liegen im Detail und in der Ausrichtung.

Es wächst mit Ihrem Unternehmen mit und bietet alle wichtigen Bäckerei-Features.

Wichtig ist. Testen Sie das System Ihrer Wahl ausgiebig. Die meisten Anbieter bieten kostenlose Testphasen an. Nutzen Sie diese, um zu prüfen, ob das System zu Ihren Arbeitsabläufen passt. Beziehen Sie Ihre Mitarbeiter in die Entscheidung ein, sie müssen täglich damit arbeiten.

Fragen zum Kassensystem für Bäckereien

LocaFox, REA Card, Smartkasse24, Tillhub und Vectron nennen Bäckereien ausdrücklich. Für Filialbetriebe dokumentieren Tillhub und Vectron eine zentrale Steuerung, bei LocaFox ist sie ein Zusatzmodul. Einzelne Bäckereien mit Café finden passende Kandidaten in ready2order, REA Card und Smartkasse24.

Backwaren unterliegen dem ermäßigten Satz von 7 Prozent, seit dem 1. Januar 2026 gilt dieser Satz dauerhaft auch für Speisen zum Verzehr vor Ort. Getränke wie Kaffee unterliegen grundsätzlich 19 Prozent.

Je Filiale reicht oft eine Kasse mit großen Schnelltasten, Bondrucker, Kassenlade und Kartenterminal, bei hoher Frequenz zwei Kassenplätze. Wer nach Gewicht verkauft, braucht zusätzlich eine geeichte Waage. Entscheidend ist, dass alle Kassen über einen gemeinsamen Artikelstamm laufen.

Artikel, Preise und Aktionen werden zentral gepflegt und gelten in allen Filialen. Die Kassen melden ihre Umsätze an die Zentrale, die Auswertung zeigt Abverkauf und Restware je Filiale und hilft bei der Backplanung für den nächsten Tag.

Jede elektronische Kasse muss mit einer zertifizierten TSE abgesichert und über ELSTER gemeldet sein. Bei Cloud-Lösungen wird die TSE meist je Kasse im Abo abgerechnet, neue Kassen sind innerhalb eines Monats nach Anschaffung zu melden.

Smartkasse24 und Tillhub dokumentieren einen Offlinebetrieb, bei den anderen Anbietern sollten Sie das Verhalten vorab erfragen. Wichtig ist, dass die Kasse weiter kassiert und die Daten später synchronisiert.

Bestellungen für Torten oder Partybrötchen werden mit Abholtermin und gegebenenfalls Anzahlung erfasst. Anzahlungen sind umsatzsteuerlich in der Regel bereits bei Vereinnahmung zu berücksichtigen, die Einzelheiten klären Sie mit dem Steuerbüro.

Je Kasse beginnt die Software laut Anbieterangaben bei 30 Euro im Monat bei Tillhub POS Go inklusive TSE und 39 Euro im Basistarif bei Smartkasse24, ready2order kostet 35,90 Euro zuzüglich TSE. Vectron und LocaFox kalkulieren Pakete mit Hardware. Preise ohne Umsatzsteuer, Stand September und Oktober 2026.

Passend für Bäckereien

Transparenzhinweis

Die Angaben zu Anbietern beruhen auf Anbieterangaben und öffentlich zugänglichen Quellen, Stand Oktober 2026. Die Reihenfolge ist alphabetisch, eine Nennung ist keine Empfehlung und bedeutet nicht, dass ein Anbieter Partner von Kassensystem Experten ist. Bilder der Kassensysteme stammen von den jeweiligen Herstellern, Bilder zur Branche sind redaktionelle Symbolbilder. Steuerliche Hinweise ersetzen keine Beratung.