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Kassensysteme für Physiotherapie 2026, 5 Anbieter im Vergleich

In der Physiotherapiepraxis wird an der Rezeption vor allem kassiert, was nicht direkt mit der Krankenkasse abgerechnet wird. Zuzahlungen, Selbstzahlerleistungen, Kurse, Gutscheine und kleine Produkte müssen sauber erfasst und steuerlich richtig zugeordnet werden. Wir vergleichen fünf Kassensysteme anhand belegter Anbieterangaben.

Tablet-Kasse und Kartenterminal auf dem Empfangstresen einer Physiotherapiepraxis, im Hintergrund ein Behandlungsraum

Praxiskasse auf einen Blick

Das Wichtigste in Kürze

Fünf Kassensysteme für Physiotherapiepraxen im Überblick

Die Reihenfolge ist alphabetisch und keine Wertung. Die Spalte zur Branche zeigt, ob der Anbieter Physiotherapiepraxen oder Therapeuten selbst als Zielgruppe nennt.

AnbieterFür Physiotherapiepraxen oder Therapeuten ausgewiesenEinstieg laut QuelleTSE
Lightspeednicht ausdrücklich genannt69 Euro im Monat im Jahresvertrag, DrittquelleCloud-TSE über fiskaly
ready2orderja, ausdrücklich35,90 Euro im Monat plus TSE 15,90 EuroCloud-TSE als Zusatzpaket
REA Cardnicht ausdrücklich genanntKasse K21 ab 49,90 Euro im Monat bei 60 Monaten Miete, zuzüglich Software und TSEgetrennt bepreist
Smartkasse24ja, ausdrücklich39 Euro im Monat, Module 9 und 24 EuroCloud-TSE
Tillhubnicht ausdrücklich genanntPOS Go ab 30 Euro im Monat inklusive TSECloud-TSE über fiskaly

Stand September 2026, Preise ohne Umsatzsteuer. Maßgeblich ist immer das konkrete Angebot.

Was die Systeme für Physiotherapiepraxen bieten

Lightspeed für Physiotherapiepraxen

Börsennotierter Anbieter aus Montreal mit getrennten Lösungen für Gastronomie und Handel. Stärken liegen bei mehreren Standorten, Warenwirtschaft und offener API. Eine ausdrückliche Branchenlösung für Physiotherapiepraxen nennt Lightspeed nicht.

Passt gut, wenn

Weniger geeignet, wenn

ready2order für Physiotherapiepraxen

Cloud-Kasse aus Wien mit vollständig veröffentlichter Preisliste. Läuft auf iOS, macOS, Android und Windows, dazu vier Eigengeräte. ready2order nennt Physiotherapiepraxen oder Therapeuten ausdrücklich als Zielgruppe.

Passt gut, wenn

Weniger geeignet, wenn

REA Card für Physiotherapiepraxen

Hersteller aus Mühltal mit eigener Fertigung in Deutschland. Terminal, Kasse, Software und Zahlungsabwicklung kommen aus einer Hand. Eine ausdrückliche Branchenlösung für Physiotherapiepraxen nennt REA Card nicht.

Passt gut, wenn

Weniger geeignet, wenn

Smartkasse24 für Physiotherapiepraxen

Cloud-Kasse aus Essen mit schlankem Basistarif und Schwerpunkt Gastronomie und Lieferdienst. Einrichtung, Schulung und Support sind im Preis enthalten. Smartkasse24 nennt Physiotherapiepraxen oder Therapeuten ausdrücklich als Zielgruppe.

Passt gut, wenn

Weniger geeignet, wenn

Tillhub für Physiotherapiepraxen

Cloud-Kasse aus Berlin, seit 2022 Teil der Payment-Gruppe Unzer. Von der iPad-Kasse bis zum mobilen Kompaktgerät POS Go, auch für Filialnetze. Eine ausdrückliche Branchenlösung für Physiotherapiepraxen nennt Tillhub nicht.

Passt gut, wenn

Weniger geeignet, wenn

Was ein Kassensystem für Physiotherapiepraxen können sollte

Zuzahlungen

Zuzahlungen je Verordnung kassieren und eine Quittung für den Patienten ausgeben.

Steuerarten trennen

Steuerfreie Heilbehandlungen, steuerpflichtige Selbstzahlerleistungen und Produkte getrennt führen.

Gutscheine

Gutscheine für Massagen oder Kurse verkaufen und einlösen.

Termine

Anbindung an Terminplanung oder Praxissoftware, damit Leistungen nicht doppelt erfasst werden.

Produkte

Tapes, Wärmekissen oder Trainingsgeräte mit Bestand verkaufen.

Kartenzahlung

Kontaktlose Zahlung an der Rezeption, angebunden an die Kasse.

Gesetzliche Vorgaben für die Kasse

Steuerfrei oder steuerpflichtig

Nach Paragraf 4 Nummer 14 UStG sind Heilbehandlungen durch Physiotherapeuten in der Regel steuerfrei. Leistungen ohne therapeutisches Ziel, etwa Wellnessmassagen oder allgemeine Fitnesskurse, sowie der Verkauf von Produkten sind dagegen meist steuerpflichtig. Die genaue Abgrenzung klären Sie mit Ihrem Steuerbüro.

So finden Sie das passende System

Kosten richtig vergleichen

Neben der Monatsgebühr zählen Hardware, TSE, Einrichtung, Laufzeit und Gebühren je Kartenzahlung. Wie das konkret aussieht, zeigt unser Ratgeber zu den Kosten.

Kassensystem für Physiotherapiepraxen finden

Geben Sie Ihren Bedarf im Preisrechner an und erhalten Sie passende Angebote, kostenlos und unverbindlich.

Was eine Kasse in der Physiotherapiepraxis leisten muss

Was an der Rezeption kassiert wird

In einer Physiotherapiepraxis läuft der größte Teil des Umsatzes nicht über die Kasse. Leistungen für gesetzlich Versicherte werden mit den Krankenkassen abgerechnet, Privatpatienten erhalten in der Regel eine Rechnung. An der Rezeption bleiben trotzdem viele Zahlungen, die erfasst werden müssen. Dazu gehören die Zuzahlungen gesetzlich Versicherter, Selbstzahlerleistungen wie Massagen ohne Verordnung, Präventionskurse, Gutscheine und kleine Produkte wie Tapes oder Wärmekissen. Ob sich dafür eine elektronische Kasse lohnt, hängt davon ab, wie viele Zahlungen vor Ort anfallen und ob Patienten bar oder mit Karte zahlen möchten. Eine allgemeine Pflicht zur elektronischen Kasse gibt es nicht. Wer jedoch eine elektronische Kasse einsetzt, muss die Vorgaben für TSE, Beleg und Meldung erfüllen.

Zuzahlungen und Quittungen

Gesetzlich Versicherte ab 18 Jahren leisten bei Heilmitteln grundsätzlich eine Zuzahlung von 10 Prozent der Kosten sowie 10 Euro je Verordnung. Befreiungen sind möglich, etwa wenn die Belastungsgrenze erreicht ist und der Patient eine Befreiungsbescheinigung vorlegt. Die Praxis zieht die Zuzahlung ein und stellt eine Quittung aus, die Patienten für ihre Unterlagen benötigen. Eine Kasse, die Zuzahlungen als eigene Position führt und eine klare Quittung ausgibt, erleichtert die Arbeit an der Rezeption. Hilfreich ist es, wenn die Höhe der Zuzahlung aus der Praxissoftware übernommen wird, damit sie nicht von Hand berechnet werden muss.

Steuerfreie und steuerpflichtige Leistungen

Nach Paragraf 4 Nummer 14 UStG sind Heilbehandlungen im Bereich der Humanmedizin, die im Rahmen der Ausübung eines arztähnlichen Heilberufs erbracht werden, in der Regel von der Umsatzsteuer befreit. Dazu zählt die Physiotherapie. Entscheidend ist das therapeutische Ziel. Leistungen ohne diesen Bezug, etwa Wellnessmassagen oder allgemeine Fitnessangebote, sind meist steuerpflichtig. Auch der Verkauf von Produkten ist in der Regel steuerpflichtig. In der Kasse sollten die Leistungen deshalb in Gruppen mit der passenden steuerlichen Behandlung angelegt sein. Die Abgrenzung im Einzelfall klären Sie mit Ihrem Steuerbüro, denn sie hängt von der konkreten Leistung und ihrem Zweck ab.

Abrechnung mit Krankenkassen allgemein

Die Abrechnung der Heilmittel mit den gesetzlichen Krankenkassen erfolgt in der Regel elektronisch über die Praxissoftware oder über ein Abrechnungszentrum. Diese Abrechnung ist von der Ladenkasse getrennt. Für den Alltag ist es dennoch wichtig, dass beide Systeme zusammenpassen. Wird eine Behandlung in der Praxissoftware erfasst, sollte die zugehörige Zuzahlung ohne doppelte Eingabe in der Kasse landen. Fragen Sie den Kassenanbieter, ob eine Schnittstelle zu Ihrer Praxissoftware besteht oder ob sich die Kasse in die Terminplanung einbinden lässt.

Kartenzahlung und Tagesabschluss

Immer mehr Patienten möchten auch kleine Beträge wie eine Zuzahlung mit Karte oder Smartphone bezahlen. Ein Kartenterminal, das mit der Kasse verbunden ist, übernimmt den Betrag automatisch und vermeidet Tippfehler. Am Ende des Tages zeigt der Tagesabschluss, welche Beträge bar und welche unbar eingegangen sind. So lässt sich die Handkasse an der Rezeption sauber führen, auch wenn mehrere Mitarbeitende kassieren.

Gutscheine, Datenschutz und Pflichten

Gutscheine für Massagen oder Kurse sind ein beliebtes Geschenk. Weil steuerfreie und steuerpflichtige Leistungen nebeneinander stehen, ist die steuerliche Einordnung von Gutscheinen anspruchsvoll. Klären Sie das vorab mit dem Steuerbüro. Bei Patientendaten gilt besondere Vorsicht, denn Gesundheitsdaten sind nach der Datenschutz-Grundverordnung besonders geschützt. Speichern Sie in der Kasse nur, was für den Zahlungsvorgang nötig ist. Für die elektronische Kasse selbst gelten die allgemeinen Pflichten mit zertifizierter TSE, Belegausgabe, Meldung über ELSTER und Export der Daten im DSFinV-K-Format.

Fragen zum Kassensystem für Physiotherapiepraxen

ready2order nennt Physiotherapie ausdrücklich, Smartkasse24 richtet sich an Arztpraxen, Heilpraktiker und Therapeuten. Lightspeed, REA Card und Tillhub adressieren Dienstleister allgemein. Wichtig sind die Trennung von steuerfreien und steuerpflichtigen Leistungen und eine Anbindung an die Praxissoftware.

Heilbehandlungen im Bereich der Humanmedizin durch Physiotherapeuten sind nach Paragraf 4 Nummer 14 UStG in der Regel steuerfrei. Fehlt das therapeutische Ziel, etwa bei Wellnessangeboten, ist die Leistung meist steuerpflichtig.

Gesetzlich Versicherte ab 18 Jahren zahlen bei Heilmitteln grundsätzlich 10 Prozent der Kosten sowie 10 Euro je Verordnung zu. Es gibt Befreiungen, etwa nach Erreichen der Belastungsgrenze. Die Praxis kassiert die Zuzahlung und stellt eine Quittung aus.

Eine allgemeine Pflicht zu einer elektronischen Kasse gibt es nicht. Wenn Sie jedoch eine elektronische Kasse nutzen, braucht sie seit 2020 eine zertifizierte TSE nach Paragraf 146a AO und ist seit 2025 über ELSTER zu melden.

Die Abrechnung der Heilmittel mit den gesetzlichen Krankenkassen erfolgt in der Regel elektronisch über die Praxissoftware oder ein Abrechnungszentrum und nicht über die Ladenkasse. An der Kasse werden vor allem Zuzahlungen und Selbstzahlerleistungen erfasst.

Passend für Physiotherapiepraxen

Transparenzhinweis

Die Angaben zu Anbietern beruhen auf Anbieterangaben und öffentlich zugänglichen Quellen, Stand September 2026. Die Reihenfolge ist alphabetisch, eine Nennung ist keine Empfehlung und bedeutet nicht, dass ein Anbieter Partner von Kassensystem Experten ist. Steuerliche Hinweise ersetzen keine Beratung.