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Kostenloses Kassensystem, was gratis ist und was trotzdem kostet

Smartphone und Tablet als Kassen App neben einem Kartenleser an einem Marktstand
Inhalt

Ein kostenloses Kassensystem gibt es, aber gratis ist fast immer nur die Software oder App. Für TSE, Bondrucker, Kartenterminal und Kartengebühren zahlen Betriebe trotzdem, und viele Gratistarife begrenzen Funktionen wie Export, Lager oder Support. Wer das weiß, kann ein kostenloses Angebot gezielt nutzen und die echten Kosten im Blick behalten.

Das Wichtigste in Kürze

Was ein kostenloses Kassensystem wirklich bedeutet

Wenn Anbieter von einem kostenlosen Kassensystem sprechen, meinen sie in der Regel einen Softwaretarif ohne Monatsgebühr. Das Geld verdienen sie auf anderem Weg, etwa über Kartenzahlungen, über Hardware oder über kostenpflichtige Upgrades. Das ist legitim, sollte aber bei der Auswahl bekannt sein. Ein komplettes Kassensystem besteht immer aus mehreren Teilen, wie unser Artikel Bestandteile eines Kassensystems zeigt.

Dieser Artikel betrachtet das ganze System mit Geräten, TSE und laufenden Kosten. Wer sich speziell für Freeware und Programme zum Herunterladen interessiert, findet die Einordnung im Artikel kostenlose Kassensoftware.

Illustration einer kostenlosen Kassen App mit Folgekosten für Drucker, TSE und Kartenleser

Kostenlose Kassen App, welche Kosten im Betrieb bleiben

Mehrere Anbieter haben eine kostenlose Kassen App oder einen Gratistarif im Programm. Die Tabelle zeigt, was laut unseren Anbieterprofilen kostenlos ist und was zusätzlich kostet. Reihenfolge alphabetisch, keine Wertung, Preise ohne Umsatzsteuer.

AnbieterKostenlos laut AnbieterZusätzliche KostenStand
helloCashTarif Gratis mit BasisfunktionenTSE für Deutschland 199 Euro im Jahr, Bondrucker als ZubehörOktober 2026
SumUpKassensoftware im BasistarifSumUp Kasse 399 Euro, Kartengebühr 1,39 ProzentOktober 2026
ZettleKassen App ohne Monatsgebühr, Cloud TSE ohne MonatsgebührPayPal Reader ab 29 Euro für Neukunden, ZubehörOktober 2026

Die Details finden Sie in den Profilen von helloCash, SumUp und Zettle. Sie sehen, dass die kostenlose Registrierkasse App fast immer mit Kosten für Hardware oder TSE verbunden ist. Wer Belege drucken möchte, braucht zusätzlich einen Bondrucker.

Online Kassensystem kostenlos, wo der Betrieb doch zahlt

Ein Online Kassensystem läuft im Browser oder als Cloud Dienst. Sie brauchen nur ein Gerät mit Internetzugang. helloCash beschreibt seine Kasse als Browserkasse für Smartphone, Tablet, Laptop und PC. Der Gratistarif ist laut Anbieter kostenlos, die TSE für Deutschland kostet aber 199 Euro im Jahr. DATEV Schnittstelle, Lager und API gibt es laut Anbieter erst ab dem Tarif Premium, im Gratistarif gibt es KI gestützten E Mail Support.

Bei einer Registrierkasse online kostenlos zahlen Sie also häufig über die TSE und über Upgrades, sobald Sie Funktionen für die Buchhaltung brauchen. Mehr zu Cloudlösungen lesen Sie auf der Seite Cloud Kassensystem.

Kassensystem Android kostenlos nutzen

Für Android gibt es ebenfalls kostenlose Kassen Apps. Zettle bietet laut Anbieter eine App für iOS und Android an, die Kassen App kostet keine Monatsgebühr. helloCash läuft im Browser und damit auch auf Android Geräten. Kostenpflichtig bleiben Kartenleser, Drucker und je nach Anbieter die TSE. Bei helloCash ist Kartenzahlung laut Anbieter nur über angebundene SumUp Terminals möglich, bei Zettle nur über PayPal als Zahlungsinfrastruktur. Wer ein Smartphone als Kasse nutzen möchte, findet weitere Hinweise auf der Seite Smartphone Kasse.

Grenzen kostenloser Kassensysteme im laufenden Betrieb

Gratisangebote stoßen vor allem dann an Grenzen, wenn der Betrieb wächst oder besondere Funktionen braucht. Die folgenden Punkte tauchen in unseren Anbieterprofilen immer wieder auf.

In der Gastronomie fällt das besonders auf. Bei SumUp gibt es Tischverwaltung und Küchenfunktionen laut Anbieter nur im Tarif Kassensystem Plus für 49 Euro im Monat ohne Umsatzsteuer. Zettle beschreibt keine Gastronomiefunktionen wie Tischverwaltung. Eine kostenlose Kassen App für die Gastronomie deckt daher meist nur einfache Abläufe ab, etwa im Imbiss oder am Foodtruck.

TSE ist auch bei Gratiskassen Pflicht

Jede elektronische Kasse braucht seit 1. Januar 2020 eine zertifizierte TSE, unabhängig vom Umsatz. Seit 1. Januar 2025 muss sie außerdem über ELSTER beim Finanzamt gemeldet werden. Bei Verstößen drohen Bußgelder bis 25.000 Euro.

Folgekosten im ersten Jahr berechnen

Wie viel ein kostenloses Kassensystem im ersten Jahr wirklich kostet, zeigt ein einfaches Beispiel für einen kleinen Stand mit 2.000 Euro Kartenumsatz im Monat. Berücksichtigt sind nur belegte Preise ohne Umsatzsteuer. Eigene Geräte wie Smartphone oder Tablet sind nicht eingerechnet.

PostenhelloCash GratisSumUp Basistarif mit Kasse
Software zwölf Monate0 Euro0 Euro
TSE zwölf Monate199 EuroLaut Anbieter enthalten
HardwareEigenes Gerät, Drucker nach Angebot399 Euro für die Kasse
Kartengebühren bei 24.000 Euro im JahrJe nach angebundenem Terminal333,60 Euro
Summe belegter Posten199 Euro732,60 Euro

Das Beispiel zeigt, dass kostenlos nicht gleich kostenlos ist. Welche Kosten bei Kartenzahlung allgemein entstehen, erklärt der Artikel Kartenzahlung Gebühren. Für einen Vergleich mit Abomodellen lesen Sie den Artikel Kassensystem ohne monatliche Kosten.

Echte Kosten vergleichen

Lassen Sie sich Angebote mit allen Kosten für TSE, Hardware und Zahlung zeigen und vergleichen Sie in Ruhe.

Für wen sich ein kostenloses Kassensystem eignet

Ein Gratisangebot passt vor allem zu Betrieben mit wenigen Artikeln, überschaubarem Umsatz und einfachen Abläufen. Typische Beispiele sind Kleingewerbe, Marktstände, Pop up Stores und Vereine, die bei Festen kassieren. Wer dagegen viele Artikel, Personal oder mehrere Standorte hat, kommt mit einem Gratistarif schnell an Grenzen. Tipps für kleine Budgets gibt der Artikel Kassensystem mit kleinem Budget.

Wann sich der Wechsel in einen bezahlten Tarif lohnt

Viele Betriebe starten mit einem kostenlosen Kassensystem und merken nach einigen Monaten, dass ihnen Funktionen fehlen. Typische Auslöser sind ein wachsendes Sortiment, neue Mitarbeitende, der Wunsch nach einem Export für das Steuerbüro oder ein zweiter Standort. Spätestens dann lohnt der Vergleich, ob ein Upgrade beim bisherigen Anbieter oder der Wechsel zu einem anderen Anbieter günstiger ist.

Prüfen Sie dabei drei Punkte. Erstens, ob Artikel, Kunden und Umsätze vollständig exportiert werden können. Zweitens, was mit den Kassendaten und der TSE beim Wechsel passiert, denn Kassendaten müssen grundsätzlich zehn Jahre verfügbar bleiben. Drittens, ob Geräte wie Drucker und Kartenterminal weiter genutzt werden können. Hinweise zum Ablauf finden Sie in den Artikeln Kassensystem Anbieter wechseln und Datenmigration beim Kassensystem.

Ein bezahlter Tarif ist nicht automatisch teurer. Wenn er Kartengebühren senkt, Arbeitszeit spart oder Fehler bei der Abrechnung vermeidet, kann er sich schnell rechnen. Vergleichen Sie deshalb nicht nur den Monatspreis, sondern auch den Aufwand, den Ihnen der Tarif abnimmt.

Hilfreich ist eine einfache Notiz über einige Wochen, in der Sie festhalten, wofür Sie Zeit außerhalb der Kasse aufwenden. Wer jeden Abend Umsätze von Hand überträgt oder Bestände zählt, sieht schnell, ob sich eine Funktion wie Warenwirtschaft oder ein automatischer Export lohnt.

Kurzfazit

Ein kostenloses Kassensystem ist ein guter Einstieg, wenn Sie die Grenzen kennen. Gratis ist meist nur die Software. TSE, Drucker, Kartenterminal und Kartengebühren kosten trotzdem, und für Export, Lager oder Gastronomiefunktionen brauchen Sie oft einen bezahlten Tarif. Rechnen Sie deshalb die Gesamtkosten und vergleichen Sie mit günstigen Abomodellen.

Häufige Fragen

Ja, mehrere Anbieter bieten Kassensoftware ohne Monatsgebühr an, etwa helloCash, SumUp oder Zettle. Für Hardware, TSE oder Kartenzahlung fallen aber meist Kosten an.

Laut unseren Anbieterprofilen bieten zum Beispiel helloCash mit dem Tarif Gratis, SumUp mit dem Basistarif und Zettle mit der Kassen App kostenlose Einstiege an, Stand Oktober 2026.

Sie muss es sein, wenn Sie damit elektronisch kassieren. Bei Zettle ist die Cloud TSE laut Anbieter ohne Monatsgebühr enthalten, bei helloCash kostet die TSE für Deutschland 199 Euro im Jahr.

Ja, Kassen Apps ohne Monatsgebühr gibt es. Rechnen Sie aber Kosten für TSE, Drucker und Kartenleser ein und prüfen Sie, ob alle nötigen Funktionen im Gratistarif enthalten sind.

Zettle bietet laut Anbieter eine App für Android ohne Monatsgebühr an, helloCash läuft im Browser auch auf Android Geräten. Kartenleser und Drucker kosten zusätzlich.

Ja, Browserkassen wie helloCash haben einen Gratistarif. Die TSE für Deutschland und Funktionen wie DATEV Export kosten laut Anbieter extra.

Für einfache Abläufe ja. Tischverwaltung und Küchenfunktionen sind aber meist kostenpflichtig, bei SumUp etwa im Tarif Kassensystem Plus für 49 Euro im Monat ohne Umsatzsteuer.

Eine Einordnung von Freeware, Open Source und Gratistarifen finden Sie in unserem Artikel kostenlose Kassensoftware. Dort geht es um die Software selbst und ihre Grenzen.

Eine allgemeine Pflicht zur elektronischen Kasse gibt es in Deutschland nicht. Wenn Sie aber elektronisch kassieren, gelten TSE, Belegausgabe und Meldepflicht. Details klären Sie am besten mit Ihrem Steuerbüro.

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